Case Study
Aufgabenbereiche

Content-Design-Konzept
Logo-Reinzeichnung
Template-Entwurf

Kulturverein "Aufschrei"

Der Kulturverein "Aufschrei" muss online präsent sein, um möglichst viele Kulturhungrige mit seinen Updates zu erreichen. Dies passiert in ungeordnetem Maß. Ein einheitlicher und origineller Stil würden den Online-Auftritt des Vereins verbessern und einen gewissen Wiedererkennungswert schaffen. Zudem könnte die Content-Produktion mit vielen Involvierten erleichtert werden.

Die Herausforderungen

Das Logo hat sich mehrmals (komplett) geändert und entwickelte sich dabei zu keinem Signé mit Bestand.
Es werden viele verschiedene Online-Plattformen benutzt, aber nicht jede davon erhält Updates.
Die Mitglieder*innen des Kulturvereins haben entweder wenig Freizeit oder kaum Design-Kenntnisse.

Poster Designs mit dem alten Logo und in völlig verschiedenen Gestaltungsausrichtungen

1. Schritt: Das Logo finalisieren

Ein Logo zu verändern, das sollte sich auch ein Freizeits-Verein, gut überlegen, da sich niemand ständig an ein neues Logo gewöhnt. Im Gegenteil: Die Betrachter*innen werden davon verwirrt und können die verschiedenen Symbole nicht derselben Organisation zuordnen.
Da es bereits einen neuen Logoentwurf von einem anderen Aufschrei-Mitglied gab, fragte ich nach den Vektordaten und begann mit dem Feinschliff und der Reinzeichnung des Logos, sodass dieses für einen langen Zeitraum funktioniert. Dazu passte ich das Kerning (Zeichenabstand) der Schrift und die Strichstärke der Grafik so an, dass sich ein homogenes Gesamtbild ergibt. Da das Logo bereits für unseren geplanten T-Shirt-Druck gebraucht wurde, präsentierte ich die finale Version den restlichen Vereinsmitgliedern auf ein T-Shirt retuschiert, um aller Einverständnis für das neue Logo zu bekommen.

Logo-Icon

Weil das Logo sehr breit ausfällt, definierten wir auch ein Piktogram, das für kompaktere Anwendungen geeignet ist. Aufgrund der Konzertreihe in der alten Tischlerei war das zweigeteilte Kreissägenblatt bereits zu einem wichtigen Symbol des Vereins geworden, weshalb es im Logo und im Icon erscheint. Der 30°-Winkel der Zweiteilung besitzt großes Potential für weitere Design-Elemente.

2. Schritt: Analyse der aktuellen Online-Kommunikationsmittel und deren Qualität

Der Kulturverein verwendet viele verschiedene Plattformen, um die Online-Community zu adressieren. Eine schnelle Analyse zeigt, dass nicht alle davon viel Aufmerksamkeit bekommen, sei es aus der Sicht der Besucher*innen oder von Seiten der Vereinsmitglieder*innen.

Um der Präsenz des Vereins einen einheitlichen Stil zu verpassen, benötigen alle benutzten Plattformen ein visuelles Update. Jene mit dem größten Einfluss werden genauer unter die Lupe genommen. Die Analyse zeigt, dass es sich dabei um den Instagram-Account, Facebook und die Webseite handelt. Da Facebook primär von Menschen oberhalb der Altersgrenze unserer Zielgruppe benutzt wird, legen wir unseren Fokus auf Instagram und verwenden den Content dafür auch gleich für Facebook.


Ein Blick auf den Instagram-Account zeigt, dass dieser von mehreren Mitgliedern auf verschiedene Arten benutzt wird.


3. Schritt: Grundlegende Corporate Design Elemente festlegen

Neben einem einprägsamen Logo benötigt es auch Farben, Schriften und Regeln für zukünftige Layouts. Um dies definieren zu können, treffen sich die drei design-affinen Vereinsmitglieder*innen in einem Online-Meeting und legen die Kategorien, die für zukünftige Beiträge benötigt werden, fest. Es enstehen viele Ideen, und die realisierbarsten werden für eine baldige Umsetzung festgehalten. Mit den ersten Entwürfen für Instagrambeiträge probierte ich aus, wieviele Farben miteinander kombiniert werden können, um eine flexible Vorlage für mindestens vier verschiedene Beitragskategorien zu erstellen: Info-Beitrag, Event-Ankündigung, Bildbeitrag, Kooperationsbeitrag. Nach mehreren Entwürfen und Online-Meetings wurden die folgenden Basis-Stil-Elemente festgelegt:


4 Farben, 1 Schriftfamilie

4. Schritt: Präsentation des neuen Stils vor dem restlichen Team

Während der Lockdown-Zeiten konnte sich das Aufschrei-Team nur online treffen, weshalb eine Online-Vereinssitzung dazu genutzt wurde, die neue Design-Strategie den restlichen aktiven Vereinsmitgliedern in einer kurzen Präsentation vorzustellen. Unser Web-Profi Markus, passte die Webseite ans neue Design an und zeigte diese im Staging-Modus dem noch nicht eingeweihten Team. Das Vereinsteam war begeistert von der neuen visuellen Ausrichtung und diskutierte weitere Schritte, um sie online zu bringen.


Prototyp des "neuen" Instagram-Accounts für die interne Präsentation


5. Schritt: Kreation von Templates und eines Aufschrei-Teams in Canva

Gemeinsam mit den Aufschreimitglieder*innen mit grafischen Fähigkeiten, beginnen wir den Online-Auftritt auf allen benutzen Plattformen mit den essentiellen Elementen wie Logo und Farbwelt anzupassen.


Da ich bereits einen Canva-Account habe, entwerfe ich dort ein paar Vorlagen der zuvor festgelegten Kategorien und lade die zwei anderen "Grafikfuzzis" zum neuen Aufschrei-Team in Canva ein. Wir diskutieren den Start der neuen Beiträge. Sobald das neue Erscheinungsbild den Praxistest durchlaufen hat, können wir einen Workshop mit mehreren Vereinsmitglieder*innen andenken, sodass nicht nur wir drei für die Accounts verantwortlich bleiben.

6. Schritt: Beiträge und Inhalte in der neuen visuellen Sprache teilen

Mit den neu definierten Regeln und Vorlagen kann der Spaß losgehen und wir teilen der Welt unser Update mit. Wir starten mit einem Beitrag des neuen Logos in all den neuen Farben, um zu zeigen, was sich bei uns während der Pandemie positiv verändert hat.

Der Verein Aufschrei benutzt sogar Twitter


Conclusio: Wo viele Menschen zusammen arbeiten, macht es Sinn, die Arbeit in kleinen Gruppen von Experten anzufangen

Ein großes Team, wie das eines Kulturvereins, der nicht profit- sondern spaßorientiert arbeitet, bringt endlose Möglichkeiten von neuen Ideen und Inspirationen, aber auch das große Risiko mit sich, dass fast keine dieser Ideen wirklich umgesetzt wird – und wenn doch, dann in einer sehr bunten und unzusammenhängenden Art und Weise. Um dabei zu einer langfristigen Veränderung für die gesamte Online-Präsentation zu gelangen, brauchte es ein kleines Experten-Team in lebhaftem Austausch untereinander und einem weniger regelmäßigen, aber gesamtheitlicheren Austausch mit dem Rest der großen Truppe. So bleiben alle und alles auf einer Linie. Sich in einer kleineren Gruppe in Ideen zu verlieren, bringt neue Möglichkeiten, die schnell und effektiv in realistische Projekte übersetzt werden können.


vereinaufschrei.org